„Die Master-KAG ist ein Zwischenschritt”
Veröffentlicht am: 03. Mai 2007
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Bernd Franke
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Die Master-KAGen werden sich warm anziehen müssen: Der Wettbewerb um den inländischen Markt für Fondsadministration wird spürbar anziehen, dafür sorgen alleine schon die Global Custodians. Für Bernd Franke, Geschäftsführer der Inka, steht deshalb die eigentliche KAG-Konsolidierung erst noch bevor.
Fragen: Clemens Schuerhoff Antworten: Bernd Franke, Vorsitzender der Geschäftsführung Internationale Kapitalanlagegesellschaft (Inka)
dpn: Herr Franke, wie charakterisieren Sie die Wettbewerbssituation in der Master-KAG-Landschaft?
Franke: Vor drei Jahren war noch die Rede von einer Vielzahl von Wettbewerbern im Master-KAG-Geschäft. Unsere Wahrnehmung ist, dass sich der echte Wettbewerb auf eine Handvoll Anbieter beschränkt. Das sind insbesondere Universal, Metzler, Helaba Invest, dbi und die Deam mit Einschränkungen. Daneben begegnen wir regional weiteren Landesbanken wie der Bayern Invest und der Nordcon.
dpn: Wie unterscheiden sich die Anbieter?
Franke: Das ist sehr schwierig. Inhaltliche Themen wie Technik, Erfüllung der Derivateverordnung und IFRS gewähren im Zweifel lediglich temporär einen Vorteil, hier kann jeder Wettbewerber durch Investitionen aufholen. Die dauerhaften Unterschiede liegen im Commitment zum Geschäft sowie im finanziellen Konzernhintergrund.
dpn: Wie wichtig ist ein strategisches internationales Set-up?
Franke: Nach unserem Verständnis brauchen Sie dauerhaft ein Set-up aus Deutschland heraus, um den spezifischen Anforderungen deutscher Kunden gerecht zu werden. Es gibt Beispiele dafür, dass große internationale Anbieter versucht haben, einen anderen Weg zu gehen, das heißt, ein internationales Set-up nach Deutschland zu portieren. Diese Versuche sind gescheitert.
dpn: Was bedeutet das für den Wettbewerb zu Global Custodians?
Franke: Die Global Custodians und internationale Fondsadministratoren werden unsere eigentlichen Wettbewerber sein, sie werden die notwendige Expertise gegebenenfalls über Zukäufe aufbauen. Schon heute ist festzustellen, dass Global Custodians auch Fondsadministration anbieten. Das hat im Umkehrschluss Auswirkungen auf die notwendige Wettbewerbsstärke der inländischen Anbieter.
dpn: Wie sieht es dann bei Ihnen mit dem Insourcen von Depotbankdienstleistungen aus?
Franke: Es gibt durchaus Mandate, in denen wir für Direktanlagen Dienstleistungen erbringen, um dem Anleger weiter zu helfen. Darüber hinaus kooperieren wir eng mit der HSBC Trinkaus & Burkhardt, die als Depotbank sehr gut positioniert ist. Vor diesem Hintergrund bietet sich das Insourcing für uns nicht an.
dpn: Was sind die aktuellen Trends und „To Do’s“ im Hause auf Prozess- und Produktebene?
Franke: Wir nehmen bei Fixed Income eine hohe Nachfrage der institutionellen Kunden nach Asset Managern wahr, die in der Lage sind, komplexe Strategien unter Einsatz von Derivaten abzubilden. Daraus resultieren neue Anforderungen im Reporting und Risiko-Controlling. Eine weitere Folge ist, dass Prozesse, die über einige Jahre lang sehr effizient geworden sind, plötzlich wieder sukzessive manuellen Aufwand erfordern. Darauf gilt es zu reagieren, um den Automatisierungsgrad hoch zu halten.
dpn: Welche Herausforderungen bringt die Internationalisierung des Asset Managements für Master-KAGen?
Franke: Sprachbarrieren, komplexe Produkte und das Verständnis des internationalen Managers für den deutschen Markt. Viele internationale Manager werden ausgewählt, weil sie auf Nischenprodukte spezialisiert sind, für die uns aber typischerweise die Erfahrung fehlt. Daneben gilt, dass ein ausländischer Manager, der über wenig Erfahrung in Deutschland verfügt, tendenziell Schwierigkeiten hat, sich an die Regeln des Investment-Gesetzes zu halten.
dpn: Sollte eine Master-KAG Asset Management anbieten?
Franke: Nach meiner Meinung sollte Asset Management und Fondsadministration strikt getrennt werden.
dpn: Wie sieht der hiesige Master-KAG-Markt in zehn Jahren aus?
Franke: Beim Thema Master-KAG wird immer darüber gesprochen, dass es das Ergebnis einer Marktkonsolidierung sei. Ich bin der Meinung, dass es nur ein Zwischenschritt ist. Bisher haben nur einzelne institutionelle Anleger ihr Geschäft konzentriert. Wir sind überzeugt, dass die eigentliche Konsolidierung erst bevor steht. Sie wird nicht durch die institutionellen Anleger getrieben, sondern durch die großen Asset Manager, die sich auf ihr Kerngeschäft Asset Management fokussieren. Dann werden wir nicht mehr über das Thema Master-KAG sprechen, sondern über Fondsadministration. Der Wettbewerb wird ein ganz anderer sein und nicht unter den wenigen heute bekannten Namen des Master-KAG-Marktes stattfinden, sondern im Wesentlichen unter großen internationalen Service Providern.
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