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Senior Bank Loans erobern Europa Von Matthias Schellenberg, ING Investment Management


Veröffentlicht am:  03. Mai 2007

Der Markt für vorrangig zu bedienende Bankkredite, auch Senior Bank Loans genannt, entwickelt sich rasant und wird zunehmend ein fester Bestandteil institutioneller Portfolios. Die Gründe liegen auf der Hand: geringe Korrelation zu anderen Asset-Klassen, niedrige Volatilitäten und mehr. Eine Standortbestimmung.

Senior Bank Loans sind Kredite für Unternehmen – hauptsächlich Non-Investmentgrade –, die vorrangig dazu dienen, Übernahmen zu finanzieren, bestehende Verbindlichkeiten zu refinanzieren, organisches Wachstum zu fördern oder Dividenden auszuzahlen. Senior Bank Loans wurden ursprünglich von großen Geschäftsbanken ausgegeben. Das Spektrum hat sich inzwischen um institutionelle Anleger – CLOs, Investmentfonds, Hedgefonds, Versicherungsunternehmen, Rentenfonds – sowie andere Banken erweitert. Der Umfang dieser Kredite kann von 50 Millionen Euro bis über 3 Milliarden Euro variieren.

Der Markt für Senior Bank Loans wurde in der Vergangenheit von Geschäftsbanken dominiert. Da die Kapitalauflagen für Kredite für die Banken zugenommen haben und die Bereitstellungsprovision und Verwaltungsgebühren infolge des größeren Wettbewerbs niedriger ausfallen, haben institutionelle Anleger in großem Umfang Einzug in den Markt gehalten. In den USA begann diese Entwicklung in den frühen 1990er Jahren, in Europa dagegen erst vor kürzerer Zeit. Heute nutzen Geschäftsbanken ihre Kreditgeschäfte, um Gebühren zu erwirtschaften und sich zusätzliche Umsatzquellen zu erschließen, wie Finanz-Management-Dienste, Beratungsleistungen bei Fusionen und Übernahmen et cetera.


Rasantes Wachstum


Der Markt für Senior Bank Loans ist seit 1989 (vergleiche auch Abbildung 1) deutlich gewachsen, und er wächst auch weiterhin, sowohl in den USA als auch in Europa. Derzeit beträgt der Gesamtumfang des US-Marktes für Senior Bank Loans etwa 1,4 Billionen US-Dollar, der europäische Markt liegt bei circa 350 Milliarden Euro. In den USA machen institutionelle Anleger fast 75 Prozent der Anleger dieser Anlagenklasse aus, klassische Banken kommen auf nur 25 Prozent. In Europa setzten sich die Anleger dieser Anlagen-Klasse zu 40 Prozent aus institutionellen Anlegern zusammen, 60 Prozent sind Banken. Diese Entwicklung in Europa ist jedoch im Umbruch, und zwar zugunsten der institutionellen Anleger.


Und so funktioniert Senior Bank Loans


Senior Bank Loans sind Schuldpapiere mit einem variablen Zins, die vorrangig zu bedienen sind. Innerhalb der Kapitalstruktur eines Kreditnehmers genießen sie gegenüber allen anderen Schulden Priorität und werden durch das Vermögen des Unternehmens gesichert.

Ein wichtiger Aspekt von Senior Bank Loans ist, dass sie einen variablen und keinen festen Zinssatz aufweisen. Senior Bank Loans verzinsen zu Sätzen, die als festgelegte Differenz (üblicherweise 150 Basispunkte oder mehr, je nach Kreditqualität des Darlehens) über dem London Inter Bank Offered Rate (Libor) liegen. Diese Sätze werden regelmäßig neu festgesetzt, gewöhnlich monatlich oder vierteljährlich. Infolgedessen verfügen Senior Bank Loans über eine extrem kurze Zinslaufzeit und sind daher eine natürliche Absicherung gegen Schwankungen kurzfristiger Zinssätze. Da ihre Zinssätze variieren, zahlen Senior Bank Loans immer zu den Kurswerten. Daher ist der zugrunde liegende Hauptwert einer Senior Bank Loan relativ unabhängig von Änderungen bei den kurzfristigen Sätzen.


Die Eigenschaften im Überblick


Ein weiterer wichtiger Aspekt von Senior Bank Loans ist, dass sie durch das Vermögen des Kreditnehmers gesichert sind. Bei Leistungsstörungen können mit Senior Bank Loans klassischerweise deutlich mehr Schulden eingetrieben werden als bei nicht gesicherten hochverzinslichen Anleihen.

Die variable Zinsrate von Senior Bank Loans führt in Verbindung mit dem Merkmal der Absicherung als vorrangig zu bedienendem Kredit innerhalb der Kapitalstruktur des Kreditnehmers zu einem sehr niedrigen Volatilitätsprofil.

Des Weiteren haben Senior Bank Loans in der Vergangenheit positive Renditen gebracht, sogar in den turbulenten Jahren 1998 und 2001/2002 (vergleiche dazu Abbildung 3). Zudem haben Senior Bank Loans beispielsweise im Gegensatz zu hochverzinslichen Anleihen noch in keinem Jahr eine negative Rendite verzeichnet.

Nicht zuletzt sei darauf hingewiesen, dass Senior Bank Loans eine sehr geringe Korrelation zu anderen Anlagenklassen aufweisen. (vergleiche dazu Abbildung 4).


Wohltuende Beimischung


Für institutionelle Anleger stellt die Diversifikation eine wichtige Methode dar, um die Wertentwicklung in Relation zum Risiko zu verbessern. Institutionelle Anleger investieren wegen ihrer einzigartigen Risiko- Rendite-Merkmale, unter anderem eine geringe Volatilität bei relativ hohen Renditen, und der Diversifikation, insbesondere eine geringe Korrelation zu anderen Anlage-Klassen, in Senior Bank Loans. Diese ungewöhnlichen Renditemerkmale bringen die Vorteile einer niedrigen Korrelation zu fast allen anderen Anlagenklassen mit sich, so dass eine Position in Senior Bank Loans einen besonderen Beitrag leistet zur Diversifizierung institutioneller Portfolios.

ING verfügt über seine eigene Strategie bei Senior Bank Loans. Die ING Senior Debt Group mit Sitz in Scottsdale im US-Bundesstaat Arizona engagiert sich seit Mitte der 1990er Jahre auf dem US-amerikanischen Markt. Die Gruppe ist jetzt auch auf dem europäischen Markt für Senior Bank Loans aktiv und verfügt über ein Anlageteam in Den Haag in den Niederlanden.


In Zusammenarbeit mit: ING Investment Management

ANSPRECHPARTNER:

Matthias Schellenberg
Managing Director
ING Investment Management
Westhafenplatz 1
60327 Frankfurt am Main
Tel.: +49 (0)69 50 95 49 - 0
Fax.: +49 (0) 69 50 95 49 - 30
matthias.schellenberg@ingim.com
www.ing.com



Abbildung 2: Merkmale von Senior Bank Loans; Quelle: ING.



Abbildung 4: Senior Bank Loans – Korrelation zu anderen Anlageklassen, 1. Januar 1997 bis 31. Dezember 2006; Quelle: Credit Suisse.



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