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Mitten in der Neuausrichtung Von Michael Lennert


Veröffentlicht am:  03. Mai 2007
— Stefan Kobus, Ostsächsische Sparkasse Dresden, Direktor Treasury

Wenn, dann schon richtig. Das dachte sich auch die Ostsächsische Sparkasse Dresden (OSD): Denn sie ist dabei, sich strategisch neu auszurichten. Angefangen hat alles im Februar des vergangenen Jahres. Zu diesem Zeitpunkt wurden die Aktivität in Spezialfonds in einer neuen Master-KAG zusammengefasst.

Das Mandat der Kapitalanlagegesellschaft übernahm die Helaba Invest, die Aufgaben der Depotbank die Landesbank Rheinland-Pfalz.

Zurzeit werden zwei Asset-Liability-Studien gemeinsam mit zwei Marktpartnern durchgeführt, deren Auswertungen, inklusive Empfehlungen der daraus abzuleitenden Maßnahmen, auf einer Vorstandssitzung Ende Juni präsentiert werden.


Herausforderungen annehmen


Doch eine Neuausrichtung ist kein ganz leichtes Unterfangen, denn: „Wir sind uns durchaus bewusst, dass es natürlich großen Abstimmungsbedarf bei der Implementierung einzelner Daten geben wird, wenn wir Asset-Liability-Studien auf Gesamtbankebene durchführen. Bei der Interpretation der Ergebnisse müssen die Rahmenbedingungen der Geschäftstätigkeit einer Sparkasse berücksichtigt werden, beispielsweise das Regionalprinzip der Sparkasse und das damit verbundene geografisch bedingte Klumpenrisiko im Kreditgeschäft“, sagt Stefan Kobus, Direktor Treasury bei der Ostsächsischen Sparkasse Dresden. Eine Sparkasse, die zum Ende des vergangenen Jahres eine Bilanzsumme von 10,3 Milliarden Euro und ein Depot A von 6,5 Milliarden Euro auswies. Zurück zur Neuausrichtung: Die Sparkasse fokussiert hierbei eine strategische Asset Allocation, die auf Basis eines angemessenen Ertrags-Risiko-Verhältnisses stabile ordentliche Erträge erwirtschaftet. Natürlich unter vorgegebenen Nebenbedingungen: Diese sind aufsichtsrechtlicher und juristischer Natur, aber ergeben sich auch insbesondere durch die Begrenzung des Risikokapitals. „Innerhalb dieses Rahmens und auf Basis der Ergebnisse der Asset-Liability-Studie werden wir ergebnisoffen diskutieren und so frei wie möglich die einzelnen Asset-Klassen abbilden“, erklärt Kobus die Neujustierung der Anlagestrategie, „erste Schritte haben wir mit Auflegung der Master-KAG bereits erfolgreich in Angriff genommen“, ergänzt er. Beispielsweise werden Anlageklassen, die die OSD nicht in der Direktanlage abbildet, über die Master-KAG abgedeckt, diese hat 16 Segmente und ist mit über einer Milliarde Euro bestückt.

Grundsätzlich managt die Sparkasse in ihrem Depot A Renten, Schuldscheindarle-hen und Corporate Bonds selbst sowie in begrenztem Maße Währungen und Aktien, der Rest wird extern vergeben. Die Sparkasse arbeitet dabei eng mit Unternehmen der Sparkassen-Finanzgruppe zusammen, ist aber durchaus auch offen für externe Partner. Es kommt eben darauf an, um welche Produkte es sich handelt, beispielsweise Preferred Securities; dieses Mandat wurde an einen externen Manager vergeben.


Durchaus offen für neue Anlageklassen


Derzeit wird geprüft, inwieweit etwa Währungen als zusätzliche Asset-Klasse infrage kommen, auch ein Währungs-Overlay zu Absicherungszwecken über die Master-KAG ist in der aktuellen Diskussion. Ebenso auf der Agenda für das zweite Halbjahr: Hedgefonds und Private Equity; die Ent-scheidungen werden in Abhängigkeit der Ergebnisse der Asset-Liability-Studie jedoch erst später fallen. Darüber hinaus richtet sich der Blick auch auf Mezzanine-Kapital und Infrastruktur-Investments. Bei Rohstoffen hat man angefangen, Positionen aufzubauen, investiert wird beispielsweise in einen Aktienfonds, der mit Rohstoffwerten bestückt ist. Darüber hinaus wird aber auch ein Direkt-Investment angestrebt, allerdings in überschaubarem Umfang und nach Schaffung der aufsichtsrechtlichen Voraussetzungen. Immobilien werden über Publikumsfonds und Spezialfonds abgebildet, daneben gibt es auch noch einen hohen Immobilienbestand im Eigenbestand, dieser wird allerdings nicht über das Depot A gemanagt. Auch ein Investment in globale Reits sei vorstellbar. „Die Korrelationen auf Masterfonds-Ebene entfalten eine risikoreduzierende Wirkung. Dieses freie Risikokapital nutzen wir dann – auch vor dem Hintergrund der flachen Zinskurve, die eine Fristentransformation so gut wie nicht möglich macht –, um in höherrentierliche Assets zu investieren“, erklärt Kobus.

ML




Quelle: Ostsächsische Sparkasse Dresden

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