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Die Schmuckhauptstadt-Sparkasse Von Michael Lennert


Veröffentlicht am:  01. März 2007
— Hubertus Endres, Sparkasse Pforzheim Calw

Ob der Weg, den die Sparkasse Pforzheim Calw in diesem Jahr gehen will, ein leichter sein wird, oder steinig und schwer, das steht noch in den Sternen – gleichwohl, vorgezeichnet ist er schon, zumindest in der Richtung.

Ein zentraler Punkt auf der Agenda: die kontinuierliche taktische Anpassung der strategischen Asset Allocation. „Wir planen dieses Jahr wieder verstärkte Investitionen in Wandelanleihen und Rohstoffaktien. Der Einstiegspunkt erscheint uns günstig“, sagt Hubertus Endres, Abteilungsdirektor Handel & Treasury. Endres kann dabei seine Affinität zu Rohstoffen nicht leugnen. Der Grund hierfür: Als „Schmuckhauptstadt-Sparkasse“ hat die Sparkasse Pforzheim Calw für ihn eine „lange Tradition“ im Edelmetallhandel und als zentraler Versorger der heimischen Schmuckindustrie gleichzeitig einen hohen Bedarf an physischem Gold, Silber, Platin und Palladium. Derzeit investiert die Sparkasse rund zehn Millionen Euro in Rohstoffe; über kurz oder lang sollen es 40 bis 50 Millionen Euro werden. Ein weiteres Projekt dieses Jahr: Japanische Aktien sollen deutlich aufgestockt werden – von momentan rund 15 Millionen in Richtung 70 Millionen Euro; auch hier sieht Endres Potenzial.


Währungen als eigenständige Satelliten-Investments


Ein anderes Satelliten-Spielfeld, welches 2007 die Rendite der Core-Anlagen aufpeppen soll, sind für Endres Währungen. Derzeit investiert die Sparkasse rund 160 Millionen Euro in zwölf Währungen; dies entspricht einem Anteil von 3,7 Prozent des Depot As. „Wir gehen zwar nicht davon aus, dass wir durch Währungen exorbitant reich werden, aufgrund der hohen Zinsvorteile sind wir jedoch nach unten auch gut abgesichert“, sagt Endres, der sich kürzlich insbesondere mit isländischen Kronen und türkischen Lira eingedeckt hat. „Im Britischen Pfund haben wir auch eine Long-Position aufgebaut. Zur Refinanzierung sind wir im Schweizer Franken verschuldet, die Short-Positionen im Yen haben wir inzwischen deutlich reduziert“, erklärt er weiter.

Zurückhaltender für das laufende Jahr zeigt sich Endres bei Private Equity und Hedgefonds. In Private Equity investiert die Sparkasse derzeit rund 30 Millionen Euro, in Hedgefonds, die bei den Pforzheimern unter Absolute-Return-Anlagen laufen, bis zu 40 Millionen Euro. Die Gründe für die Zurückhaltung lauten unter anderem: Da eine Sparkasse durch Kredite, Beteiligungen oder die Vergabe von Mezzanine-Kapital die Region „quasi mitentwickelt“, wird dieses Engagement durchaus als Investition nahe an Private Equity angesehen. Deswegen würde man maximal drei Prozent der Allokation investieren, wobei „wir derzeit angesichts der immensen Beträge, die in den Markt fließen, keine Notwendigkeit zur Aufstockung sehen“, so Endres.


Selbst ist die Sparkasse, jedenfalls größtenteils


Die Sparkasse verwaltet im Grundsatz alle Anlageklassen selbst, die sie zu ihren Kernkompetenzen zählt: das Zinsgeschäft, aber auch Währungen und europäische Standardaktien – hier sei die notwendige Erfahrung vorhanden und Research in epischem Umfang verfügbar. Alles andere wird extern vergeben; dazu gehören beispielsweise Small und Mid Caps, Inflation Linked Bonds, Emerging Market Bonds, Wandelanleihen, Immobilien, Rohstoffe und quantitative Mandate. Es gab hierzu auch Gespräche mit Investment Consultants. Bisher wurde jedoch keiner benötigt. Dies lag daran, dass es seit der Fusion mit der Kreissparkasse Calw im Jahre 2003 eher darum ging, die vorhandenen Mandate zu bündeln und zu fokussieren.

Insgesamt verfügt die Sparkasse über sechs Spezialfonds: Die Deka verwaltet Aktien Deutschland und Euroland, Invesco verwaltet Aktien Welt, Lupus Alpha ist zuständig für die Small Caps und für ein Absolute-Return-Mandat, JPMorgan managt ebenfalls Aktien Welt inklusive der Emerging Markets und HSBC Aktien Europa. Eine Master-KAG wird hierfür nicht verwendet. „Wir haben uns dagegen entschieden, auch da wir ein leistungsfähiges Controlling haben. Eine Master-KAG hätte für uns nur Sinn gemacht, wenn man den Eigenbestand mit einbezogen hätte.”

ML

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