BVV holt sich Private Equity ins Haus
Veröffentlicht am: 27. Februar 2007
Der BVV Versicherungsverein des Bankgewerbes hat von seinen Gremien grünes Licht für die Investition in Private Equity bekommen. Investiert wird zunächst in zwei Dachfonds, die Partner dafür seien bereits identifiziert. Im ersten Schritt darf das Kapitalanlageteam um BVV-Vorstand Rainer Jakubowski Commitments bis maximal 1,5 Prozent des Gesamtanlagevolumens des BVVs (per Ende 2006: knapp über 18 Milliarden Euro) abgeben. Geht die Investition auf, würde Jakubowski eine Ausweitung der Quote beantragen. Bei Hedgefonds ist diese Entscheidung bereits gefallen: Die Testphase für die fünf Hedgefonds-Investitionen ist abgeschlossen, die Renditeziele sind erreicht – und deswegen wird noch in diesem Jahr mehr Geld investiert.
Eine Milliarde Euro zu verteilen
Doch die etwa eine Milliarde Euro, die der BVV 2007 neu investieren kann, wird nicht nur in Private Equity und Hedgefonds fließen: Auch mehr Small- und Mid Caps und asiatische Aktien stehen auf Jakubowskis Agenda. Auch hierfür sind die Partner bereits identifiziert. Steigen die Renditen für längere Plain-vanilla-Anleihen, und davon geht Jakubowski aus, dann würde nach längerer Abstinenz auch wieder der Direktbestand damit aufgefüllt. Insgesamt gilt aber: Der Direktbestand wird auch in diesem Jahr zugunsten neuer Absolute-return-Ansätze im Segment Fixed Income sinken.
Verändern könnte sich bald das Anlageuniversum für Convertible Bonds: Möglicherweise löst sich der BVV bald von rein europäischen Investments und mandatiert Asset Manager, die weltweit in Convertibles anlegen. Ob ein anderes großes Anlagethema, Rohstoffe, bald in die Kapitalanlage aufgenommen wird, richtet sich nach der Anlageverordnung der Bafin: Solange hierin Versicherern Rohstoffinvestments nicht explizit erlaubt sind, wird der BVV nur zuschauen können, wie sich Gold & Co. weiter entwickeln.
Aktien unter besonderer Beobachtung
Insgesamt rechnet Jakubowski mit einem „herausfordernden Kapitalanlagejahr 2007.“ Nach vier guten Aktienjahren stünden Aktien beim BVV unter besonderer Beobachtung. Das bisherige Derivate-Overlay, das die Aktienbestände mit längerfristigen Optionen absichert, wird vermutlich um kurzfristige Optionen ergänzt, um für Marktrückschläge gewappnet zu sein. Nach einem Rückschlag würde Jakubowski Aktien aber wieder einkaufen. Einen Renditeanstieg zehnjähriger Bunds hält er 2007 für die wahrscheinlichste Entwicklung am Kapitalmarkt. MRO
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