Custodians im Jahr 2007: Projekte en masse
Veröffentlicht am: 04. Dezember 2006
Bis Mitte 2007 laufen die beiden Custodian-Joint Ventures noch gegeneinander, und danach? Das weiß noch niemand, weder bei der Verbindung BHF BNY Securities Services noch bei ABN Amro Mellon. Grund ist der frisch angekündigte Mega-Deal zwischen der Bank of New York (BNY) und Mellon Financial.
Vieles spricht derzeit dafür, dass die BNY an ihrem lokalen Partner BHF-Bank festhält – das wäre das Aus für das Joint Venture ABN Amro Mellon in der jetzigen Form.
Ran an die Wertpapierleihe
Darum dürften BNY und BHF auch an ihren Plänen für 2007 festhalten: Zum Beispiel ein gemeinsames Wertpapierleihe-Programm in der Ausprägung des Agency Lendings, sowie ein getuntes VAG-Reporting. VAG-Investoren fragten auch verstärkt den Risk Service der BHF zur Marktrisikomessung gemäß des qualifizierten Ansatzes laut Derivateverordnung nach. Auf ein weiteres Thema verweisen die Geschäftsführerkollegen Jochen Meyers und Dirk Werthmann: strukturierte Produkte wie CDOs und Credit Linked Notes als „derzeit heiße Themen für viele Institutionelle”. Deshalb wurde auch ein neuer Provider (Xchanging) als Partner für die Bewertung solcher strukturierter Produkte ausgewählt.
Die starke Nachfrage nach der Wertpapierleihe veranlasst wiederum BNP Paribas dazu, nicht nur die Agency-Leihe, sondern eine Kombination von Principal- und Agency-Leihe anzubieten: Damit ist BNP Anfang Dezember für einen Versicherer „live” gegangen. Ein weiteres Großprojekt: Die BNP übernimmt ab dem 1. März die Fondsadministration für eine KAG. Der erste große Schritt hin zum angelsächsischen Trustee-Modell, wie so manche Master-KAG befürchten wird.
Das Ziel Dietmar Roesslers, Chef der Custody-Sparte: Ende 2007 sollen 50 Milliarden Euro under Depotbank verwahrt werden. Derzeit liegt er etwa gleichauf mit HSBC Trinkaus & Burkhardt, die es auf 30 Milliarden Euro bringen. Deren Chefin, Gina Slotosch, nennt für 2007 folgende Projekte: Neben weiteren Arbeiten an dem „Fondsorderrouting plus Custody”, das bereits komplett automatisch läuft (dpn-Ausgabe November/Dezember, Seite 15), nimmt sich HSBC T&B die Abwicklung asiatischer Fixed-Income-Papiere vor. Der Grund: Festverzinsliche Papiere aus Märkten wie Indien oder China, aber auch aus dem mittleren Osten sind lange noch nicht trivial abzuwickeln. Daran scheitert eine Investition noch sehr häufig – und steht deshalb einer aktiven Ausweitung des Investment-Universums bei KAGen und Endivestoren entgegen. Ebenfalls ein Thema bei HSBC: die Arbeit an der weiteren Verbesserung der Swift-Funktionen, insbesondere bei Corporate Actions.
MRO
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