Gemeinsamer Asset Manager startet Anfang 2007
Veröffentlicht am: 14. November 2006
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Dr. Reinhold Jaquemod, SV Sparkassenversicherung
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Die SV Sparkassenversicherung geht davon aus, dass durch die gemeinsame Asset-Management-Gesellschaft mit der Provinzial NordWest–Gruppe der Anteil der vollständig selbst verwalteten Kapitalanlagen weiter steigt. Derzeit befinden sich deutlich über 50 Prozent in der Direktanlage. Der operative Start der gemeinsamen Kapitalanlagegesellschaft „Vers AM Versicherungs-Assetmanagement GmbH“ ist für den 1. Januar 2007 vorgesehen. Sie ist eine von zwei Kooperationsprojekten der beiden Versicherer, parallel dazu wird auch die Datenverarbeitung künftig in einem gemeinsamen Unternehmen betrieben. „Bei der strategischen Asset Allocation behalten sowohl die SV Sparkassenversicherung als auch die Provinzial NordWest weiterhin die Federführung. Die taktische Kapitalanlage jedoch übernimmt ab dem kommenden Jahr die gemeinsame Tochtergesellschaft“, erläutert das für Finanzen verantwortliche Vorstandsmitglied Dr. Michael Völter die künftigen Strukturen.
Advisory wird ausgedehnt
Allerdings ist zu erwarten, dass sich die strategische Ausrichtung der beiden Häuser annähern wird. „Die Vers AM soll ihre Marktsicht in die strategischen Überlegungen beider Versicherungsgesellschaften einbringen“, so Völter im Interview mit dpn. Rund 18 Milliarden Euro Kapitalanlagen bringt die SV Sparkassenversicherung in die gemeinsame Gesellschaft ein. Zusammen mit den Assets der Provinzial NordWest-Gruppe ergeben sich dann etwa 37 Milliarden Euro.
Während die festverzinslichen Titel weitgehend im eigenen Haus verwaltet werden, vergab die SV Sparkassenversicherung für Aktien sowohl passive als auch aktive Mandate an externe Verwalter. Darüber hinaus wählt der Versicherer für die Aktienanlage auch die Form des Advisorys: Die Mittel werden zwar auf einen Fonds ausgelagert, die Anlageentscheidungen trifft die SV Sparkassenversicherung aber weiterhin selbst. „Auch das ist eine Art Direktanlage“, beschreibt Dr. Reinhold Jaquemod, Hauptabteilungsleiter Asset Management Strategie und Controlling, das Vorgehen. Dieses Verfahren ist künftig auch bei anderen Asset-Klassen denkbar.
Keine Arbeit für Consultants
Derzeit teilen sich die Kapitalanlagen der SV Sparkassenversicherung zu 80 Prozent auf Renten, 10 Prozent Immobilien und 10 Prozent Aktien auf. Für Emerging Markets, japanische Aktien, High-Yield-Anleihen, Convertibles und für Immobilien außerhalb Europas wurde externer Sachverstand hinzugezogen. „Früher haben wir bei der Auswahl der Asset Manager auf die Unterstützung von Consultants zurückgegriffen. Das machen wir heute nicht mehr, weil wir mittlerweile selbst über eine gute Expertise für die Ermittlung eines leistungsfähigen Asset Managers verfügen“, erläutert Völter. Neben den üblichen Kriterien wie Track Record, Prozessqualität und Risikomanagement-Systeme sei für die Auswahl auch eine bestimmte „Grundgröße“ des Asset Managers ausschlaggebend. Hängt der Erfolg eines Management-Ansatzes bei dem untersuchten Unternehmen nur von einer bestimmten Person ab, dann sei dies ein Knock-out-Kriterium.
Die Größe der einzelnen Mandate, die von der Sparkassenversicherung vergeben worden sind, hängt sehr stark von der jeweiligen Asset-Klasse ab. „Im Durchschnitt sollte sie etwa ein Prozent der Kapitalanlagen ausmachen, also etwa 150 Millionen Euro bei der Lebensversicherung. Wir haben aber auch kleinere Mandate, zum Beispiel für die Emerging Markets. Das größte Mandat umfasst eine Milliarde Euro“, beschreibt Völter die Praxis.
Unter den externen Asset Managern sind vor allem Anbieter aus der Sparkassen-Verbundorganisation zu finden: Deka, Helaba und BWInvest (frühere SüdKA). Bei gleichen Qualitäten und gleichem Leistungspotenzial entscheidet sich die SV Sparkassenversicherung im offenen Ausschreibungsverfahren in der Regel für das Verbundunternehmen.
Mit Blick auf Private Equity oder strukturierte Produkte bezeichnet Völter die Sparkassenversicherung als einen „relativ konservativen Anleger“. Dennoch diversifizierte man auch hier, in letzter Zeit wurden einige neue Private-Equity-Beteiligungen und Fonds aufgelegt, zum Beispiel für Emerging Markets. In Hedgefonds wurden bislang nur Randinvestments eingegangen, Commodities werden derzeit beobachtet. Vorsicht herrscht bei Asset Backed Securities. Der Grund: die recht geringe Transparenz und die geringen Renditespreads gegenüber Pfandbriefen.
Mandate für 2006 vergeben
Neue Mandatsausschreibungen stehen 2006 voraussichtlich nicht mehr an. Nach der Formierung der SV Sparkassenversicherung im Wege der Fusion der SV Versicherungen Baden-Württemberg mit der SV Sparkassenversicherung Hessen-Nassau-Thüringen musste die Kapitalanlagestrategie partiell neu ausgerichtet werden. „Bei der Analyse haben wir festgestellt, dass unser gemeinsames Portfolio zwar sehr breit diversifiziert war, einige Asset-Klassen aber gemessen am Gesamtvolumen durchaus noch unterrepräsentiert waren“, resümiert Jaquemod. Vor allem die Emerging Markets – Anleihen wie Aktien – spielten noch nicht die erforderliche Rolle, daher baute der Versicherer die Positionen aus. Darüber hinaus wurden einige Fonds zusammengelegt, um Überschneidungen in den Portfolios der beiden Vorläufergesellschaften zu bereinigen. MOR
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