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Ständig offen für neue Satellitenkonzepte
Von Michael Lennert

Veröffentlicht am:  14. November 2006

Klotzen statt kleckern, nein so lautet das Motto der Stadtsparkasse Düsseldorf nicht. Aktuelles Beispiel: Die Stadtsparkasse wird den Private-Equity-Anteil ihres Portfolios ausbauen mit dem Ziel, „in den nächsten Jahren auf ein Volumen von 250 Millionen Euro zu kommen.” Derzeit sind rund 70 Millionen Euro angelegt. Ein weiteres Beispiel: Die Stadtsparkasse Düsseldorf ist vom Land der aufgehenden Sonne derart überzeugt, dass sie stolze 20 Prozent des Aktienanteils des Depot As – rund 100 Millionen Euro – in Japan investiert. Zudem hat sie aktuell einen Publikumsfonds für japanische Aktien aufgelegt, in den beispielsweise kleinere Sparkassen investieren können, für die ein Spezialfondsmandat nicht in Frage kommt (vergleiche dpn brief Oktober).

Die Philosophie der Düsseldorfer ist wie folgt: „Wir konzentrieren uns auf die Bereiche, in denen wir Know-how haben. Diese managen wir selbst. Die anderen werden outgesourct“, sagt Christoph Flohr, Generalbevollmächtigter für Asset Management bei der Stadtsparkasse, deren Depot A sich bei einer Bilanzsumme von über 13 Milliarden Euro auf 6 Milliarden (inklusive Geldmarktanteil) beläuft. Die Stärken der Stadtsparkasse sieht Flohr insbesondere im kommunalen Schuldenmanagement, bei der Steuerung von Balanced- und Absolute-Return-Mandaten, bei Rohstoffen sowie im taktischen Overlay Management. Es verwundert also nicht, dass die Stadtsparkasse beispielsweise Berater mehrerer Balanced- und Absolute-Return-Fonds ist und 80 Millionen Euro in Rohstoffaktien selbst verwaltet. Insgesamt unterhält die Stadtsparkasse mehr als zehn Spezialfonds.


Quelle: Stadtsparkasse Düsseldorf (Depot A ohne Rentenanteil, rund 3,5 Milliarden Euro)

Etliches extern vergeben

Doch es wird auch viel extern vergeben, beispielsweise die Segmente High Yield oder Emerging Market Bonds, bei denen es „eben jemand anders besser kann.“ Insgesamt arbeitet die Stadtsparkasse mit über zehn externen Managern zusammen: mit der Deka und der WestLB, aber auch mit verbundfremden Managern wie Lazard, F&C, HSBC, Frankfurt- Trust und Pimco. Lazard verwaltet Aktien USA, F&C ist zuständig für Convertible Bonds, HSBC managt den Part Asien ex Japan sowie Emerging Market Debt, Frankfurt-Trust verwaltet die Euro-Stoxx-Aktien, UBS die MidCaps und Pimco den restlichen Rentenanteil. Asset Backed Securities werden von diversen Managern verwaltet.

Andere Asset-Klassen wie etwa Hedgefonds sind für Flohr prinzipell interessant, „waren in den vergangenen zwei Jahren jedoch nicht so attraktiv, dass man in sie investieren musste“, sagt er. Immobilien hingegen sind laut Flohr attraktiver, durch die 25prozentige Beteiligung an der Corpus Immobilien Makler GmbH besteht jedoch bereits ein beachtliches Engagement bei Immobilien. Einzig und allein G-Reits seien, sollten sie denn kommen, von Interesse. Der Grund: die Möglichkeit des schnellen Investierens und Deinvestierens. „Wir rechnen weiter mit einer flachen und niedrigen Zinskurve. Deswegen werden wir weiterhin einen Core-Satellite-Ansatz verfolgen und in risikoreichere Satelliten investieren. Gleichzeitig sind wir ständig offen für neue Satellitenkonzepte, beispielsweise Mikro-Kredite oder Lebensversicherungsfonds“, sagt Flohr. Die Zielrendite für das Depot A: mindestens 5,5 Prozent pro Jahr – eine Vorgabe, die im vergangenen Jahr erreicht wurde.

Neuer Set-up mit HSBC, Inka und dbi

Derzeit installiert die Stadtsparkasse eine neue Depotbank und zwei Master-KAGen. Die Umsetzung soll Ende Dezember erfolgt sein. Als Depotbank wird HSBC, als Master-KAGen werden Inka und dbi agieren. Das Ziel: Die Qualität des Risikocontrollings, Accountings und Reportings zu vereinheitlichen. „Die Master-KAG ermöglicht es außerdem, sich schneller aus dem Markt zu verabschieden als es mit Einzelmandaten möglich ist. Das kann sehr entscheidend sein“, so Flohr. Vor allem im Overlay Management bringe diese Konstruktion erhebliche Vorteile. Ein weiteres Pro für die Master-Konstruktion: Die Stadtsparkasse emittiert beispielsweise börsennotierte Hypotheken und öffentliche Pfandbriefe und muss deshalb Anforderungen nach IFRS erfüllen. Hier sei es für die Bank hilfreich, verschiedene notwendige Prozesse auf die Depotbank zu übertragen und optimieren zu können. ML

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