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 dpn-Ausgaben » 2006 » Februar 2006 (Brief)
 
DZ Bank überträgt 805 Millionen Euro auf ein Contractual Trust Arrangement

Die DZ Bank hat 805 Millionen Euro an Vermögensmitteln zur Deckung ihrer Pensionsverpflichtungen auf den DZ Bank Pension Trust e.V. übertragen. Der Trust übernimmt künftig die Funktion eines Treuhänders gegenüber den versorgungsberechtigten Mitarbeitern sowie Rentnern. Nach Angaben eines Sprechers betrifft die Auslagerung der Pensionsverpflichtungen „unverfallbare Ansprüche“ von 2.346 aktiven Mitarbeitern, 1.444 ausgeschiedenen Beschäftigten sowie von 2.489 Rentnern. Durch die Übertragung auf ein CTA sollen die Pensionsansprüche umfassend abgesichert werden. Zudem besteht unter der Rechnungslegung nach IFRS die Möglichkeit, durch ein CTA eine vollständige Saldierung der Versorgungsverpflichtungen mit den zugeordneten Vermögenswerten zu erreichen. Mehr . . . 


Michelin führt Zeitwertkonto für 5.800 Mitarbeiter ein

Der Reifenhersteller Michelin ist vom Potenzial seines neu eingeführten Zeitwertkontos über-zeugt. Das Zeitwertkonto mit dem Namen „FlexiPlusKonto“, wurde zum Jahreswechsel ins Leben gerufen und befindet sich gerade in der Aufbauphase. Teilnahmeberechtigt sind derzeit rund 5.800 Mitarbeiter. Mehr . . . 


BVV übernimmt ALM in Eigenregie

Die mit einem Anlagevolumen in Höhe von 17,7 Milliarden Euro (Ende 2004: 16,5 Milliarden) größte Pensionskasse Deutschlands, der BVV Versicherungsverein des Bankgewerbes, wird gegen Ende 2006 erstmals in der Lage sein, eine eigene Asset-Liability-Studie ohne externe Unterstützung durchzuführen. „Risiko-Controlling und Asset Liability Management gehören zu unserem Kerngeschäft, deshalb wollen wir unabhängig von Dritten agieren können“, so BVV-Vorstand Rainer Jakubowski im Gespräch mit dpn. Mehr . . . 


Angebotsgrenzen verschwimmen auch bei Frankfurt-Trust
— Gerhard Engler Frankfurt-Trust, Leiter Bereich Institutionelle Kunden

Der alleinige Verkauf von Fondsprodukten reicht im institutionellen Geschäft nicht mehr aus. Zentrale Themen der Investoren sind die betriebliche Altersversorgung, das Aktiv-Passiv-Management, die Risikosteuerung und die Bilanzierung. Sie erfordern zusätzliche Beratungs- und Problemlösungskapazität von den Produktanbietern - so lautet die Schlussfolgerung von immer mehr Asset Managern, wie jüngst auch von Frankfurt-Trust. Die Konsequenz: Ein neues dreiköpfiges Beratungsteam unter der Leitung von Gerhard Engler - der dafür die UBS verlassen hat (siehe Personalien) - soll institutionellen Kunden als „Partner für Problemlösungen“ dienen. Ein Schritt, den die Investment Consultants mit Argwohn betrachten werden, gerade solche, die von aktiven Asset Managern nur ein einziges Produkt fordern: Performance, und zwar eine über dem Markt-Beta. Bezweifelt werden darf indes auch, ob institutionelle Kunden (nicht konzernverbundenen) Asset Managern ihre Bücher so weit öffnen, dass eine solche Beratung überhaupt ihr Ziel erfüllen kann. Mehr . . . 


Schweizer Complementa rollt ihr Investment-Controlling auch in Deutschland aus

Seit Anfang Januar firmiert die Münchner FondsConsult Institutional unter neuem Namen: Complementa Investment-Controlling AG. Der gleichnamige Schweizer Investment-Berater hat jetzt auch die restlichen 60 Prozent der Gesellschafteranteile an dem Joint Venture übernommen, das er zusammen mit der FondsConsult Holding seit Mitte 2003 betreibt. Mehr . . . 


Sasdrich und Müntefering lassen Betriebsrente-Fans hoffen

Ob die beiden bAV-Gespenster „Obligatorische Betriebsrente“ und „Beitragspflicht der Entgeltumwandlung“ in diesem Jahr noch mehr spuken als jemals zuvor, wird sich dieses Frühjahr entscheiden: Ende Februar gibt der Alterssicherungsbericht der Bundesregierung eine Indikation, ob die im Alterseinkünftegesetz enthaltenen Maßnahmen ausreichen, um die gewünschte Breitenwirkung und die erhofften verteilungspolitischen Wirkungen zu erzielen. Den beiden von weiten Teilen der bAV-Branche ungeliebten Gespenstern könnte 2007 der Garaus gemacht werden, wenn erneut geprüft wird, und „eine ausreichende Verbreitung erreicht wird.“ Wann das BMAS (Bundesministerium für Arbeit und Soziales) diese Breitenwirkung in der bAV erreicht sieht, machte Ministerialdirigent Werner Sasdrich auf der Konferenz des Deutschen Institutes für Betriebswirtschaft „Betriebliche Altersversorgung 2006 - in oder out?“ Ende Januar klar: Eher bei 70 bis 80 Prozent, nicht bei 100 Prozent Teilnahmequote. Eine Marke, die Betriebsrente-Fans hoffen lässt und die durchaus erreichbar scheint, zumal Sadrich „die Freiwilligkeit auf einem guten Wege“ sieht - auch im Vergleich zur Einführung der 401(k)-Pläne in den USA, die bekanntermaßen Jahrzehnte gedauert hat. Angesichts der vergleichsweise dynamischen Verbreitung in Deutschland seien Forderungen nach einem Obligatorium - wie etwa von den „sehr nervösen Gewerkschaften“ gefordert - eindeutig verfrüht. Doch auch bei den Gewerkschaften tut sich laut Sasdrich etwas: So sei der Wortlaut der jüngsten Stellungnahme des DGBs - „Wir schätzen das Potenzial der Freiwilligkeit als nicht besonders hoch ein“ - bereits deutlich moderater als zuvor. Mehr . . . 


Deam organisiert 24 Versicherer zur ersten „Investmentkonferenz für Versicherungen“

Das Solvency II-Regime rückt näher, und das wirft langsam aber sicher bei den Versicherern Fragen über den künftigen Umgang mit ihrer Kapitalanlage auf. So kann man den regen Zulauf auf die erste europäische Investmentkonferenz der Deutschen Asset Management (Deam) Anfang Februar deuten. 35 Teilnehmer von 24 Versicherern aus Deutschland, Österreich und der Schweiz kamen, um sich über neue Entwicklungen im Asset Management von Versicherern zu informieren. Der Themenkreis: von Risikomanagement-Systemen mit Blick auf Solvency II, neue IFRS-Anforderungen für Versicherer bis hin zu speziellen Fixed-Income-Produkten zur Bilanzsteuerung. Mehr . . . 


Telos-Studie: Investment Consulting - kein Wachstumsmarkt
— Dr. Frank Wehlmann Telos, Gesellschafter-Geschäftsführer

Der Markt der Investment Consultants ist in Bewegung. Kleinere Consultants kämpfen sich nach vorn - Beispiel Faros. Ausländische Consultants drängen ins Geschäft - Mercer, Watson Wyatt, Towers Perrin. Die deutschen Platzhirsche müssen sich vorsehen, nicht zurückzufallen - zumal wenn sich die Konkurrenten aus ihrer personellen Kapazität bedienen, wie im Falle von Feri. Mehr . . . 


BDA-Geschäftsführer wettert gegen EU-Portabilitätsrichtlinie
— Eugen Müller BDA, Geschäftsführer für Soziale Sicherung

„Wenn wir wollen, dass die Arbeitnehmer mobil und flexibel sind, dann dürfen wir sie bei einem Arbeitsplatzwechsel nicht bestrafen. Die Rentenansprüche müssen voll übertragbar sein. Die Richtlinie war schon lange überfällig.“ Nein, solche Worte wie vom europäischen EUBeschäftigungskommissar Vladimír Špidla bei der Vorstellung des Entwurfs zur Portablitätsrichtlinie der EU-Kommission Mitte Oktober 2005 waren auf der bAV-Tagung des Deutschen Institutes für Betriebswirtschaft (vergleiche Artikel „Sasdrich und Müntefering lassen Betriebsrente-Fans hoffen“) wahrlich nicht zu erwarten. Ganz im Gegenteil: „Die EU-Portabilitätsrichtlinie bedroht die bAV“, schwor der Geschäftsführer der Bundesvereinigung der deutschen Arbeitgeberverbände, Eugen Müller, die Tagungsteilnehmer ein. Sein wohl wichtigstes Argument: Nach dem Ende der zehnjährigen Frist, mit deren Ablauf die Wirksamkeit der Richtlinie überprüft wird, würden die bedeutendsten Durchführungswege vor dem Aus stehen. Die zusätzliche Bürokratie und die vorgesehene Pflicht zur Dynamisierung der erworbenen Anwartschaften führten zu hohen Zusatzkosten; allein die Dynamisierungspflicht verteuere die BAV für die Unternehmen um etwa 30 Prozent. Zudem entwerte die abermalige Senkung der Unverfallbarkeitsfrist auf die in der Richtlinie vorgesehenen zwei Jahre die Betriebsrente als Mittel, Personal langfristig zu binden. Die Folge sei ein Rückzug vieler Arbeitgeber von der freiwilligen Betriebsrente. Sichtlich gelassen machte BMAS-Vertreter Werner Sasdrich den Arbeitgebern Mut: „Die Richtlinie beunruhigt mich nicht im geringsten.“ Der Grund: Die Richtlinie wird nur dann verabschiedet, wenn alle derzeit 25 EU-Staaten sie einstimmig absegnen - und genau das ist laut Sasdrich unwahrscheinlich, weil die Richtlinie in delikate Bereiche des jeweils nationalen Arbeits- und Sozialrechts eingreife. Mehr . . . 


Personalien

Am 1. Mai 2006 ist der Vorstand des BVV Versicherungsvereins des Bankgewerbes a.G. und der BVV Versorgungskasse des Bankgewerbes e.V. in Berlin wieder komplett: Dann tritt Dr. Helmut Aden die Nachfolge von Christoph von Langsdorff an, der seit Ende 2005 im Ruhestand ist. Aden, Jahrgang 1965, ist Diplom-Mathematiker und übernimmt die Leitung der Bereiche Mathematik, Versicherungsbetrieb sowie Personal und Verwaltung. Bisher arbeitete Aden beim Allianz-Konzern, sowie bei der Aspecta Lebensversicherung und gleichzeitig als verantwortlicher Aktuar bei der HDI Pensionskasse.
MRO
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Kommentar – Nikolaus Schmidt-Narischkin

Dinge in Europa klappen nie von Beginn an. Da dachte man 2003, nun ginge es los mit der Europäisierung betrieblicher Pensionssysteme: Der britische Anbieter sollte in Deutschland tätig werden und verwalten, das deutsche Unternehmen mit Niederlassung in Belgien ein einheitliches Versorgungswerk vorhalten dürfen. Passiert ist wenig. Wie sollte es auch - die ersehnte Richtlinie regelte zwar die Teilhabe kapitalgedeckter Systeme betrieblicher Altersversorgung am freien Kapital- und freizügigen Dienstleistungsverkehr. Spätestens dann aber, wenn es darum geht europaweit verstreute Systeme ernsthaft zu fusionieren, merkt der Unternehmer, dass er bis zum Hals in unverändert streng national geregelten und damit inkompatiblen Regelungen des Steuer-, Arbeits- und Sozialrechts steckt. Verbesserungen sind natürlich angedacht, wirklich in Sicht sind sie nicht. Dabei ist der Bedarf groß: Ein kleines Versorgungswerk in den Niederlanden, ein weiteres in Großbritannien und das des Stammwerks in Schwaben - das heisst dreifache Administration, in der Regel suboptimale Anlage der Mittel und ein mangelhaftes Berichtswesen. Da muss doch die Frage erlaubt sein, ob dem Mann nicht schon heute geholfen werden kann. Mehr . . . 


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