dpn-Ausgaben » 2002 » November 2002 (Brief)
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Trittin fordert Klarheit über Nachhaltigkeit
Angesichts der steigenden Popularität von nachhaltigen Anlagen in Deutschland, hat Bundesumweltminister Jürgen Trittin die Investmentmanager aufgefordert, ihre Berücksichtigung ökologischer, ethischer und sozialer Belange bei ihrer Anlagestrategie transparenter zu machen.
Trittin sagte, er wisse, dass die Anbieter im Bereich private und betriebliche Altersversorgung bei ihren Anlagen Nachhaltigkeits-Kriterien wesentlich besser berücksichtigen, als sie in ihrer Verkaufsphilosophie darstellten.
Da aber die Kunden solche Informationen gerne hätten, sollten die Anbieter in ihrem eigenen Interesse diese Informationen zur Verfügung stellen. Denn das würde die Attraktivität ihrer Altersvorsorgeprodukte steigern und könne auch zu einer wachsenden Zahl von Neukunden führen, so der Umweltminister weiter.
Laut einer neuen Studie des Instituts für Markt-Umwelt-Gesellschaft (imug), die in Zusammenarbeit mit dem Bundesumweltministerium erstellt wurde, haben institutionelle Anleger rund 3,5 Mrd. Euro in nachhaltige Anlagen investiert, das entspricht ungefähr 0,5% des Gesamtvolumens. Weitere 2,6 Mrd. Euro haben Privatanleger in solche Produkte investiert. Imug rechnet mit steigendem Interesse an nachhaltigen Anlagen in den kommenden Jahren.
E.ON beauftragt Activest für Master-KAG
Mit einem Vermögen von rund 6 Mrd. Euro hat der Münchner Teilkonzern E.ON Energie sämtliche Spezialfondsmandate auf Activest übertragen. Es handelt sich um Asset-Bestandteile, die vor dem Hintergrund der langfristigen Rückstellungen im Bereich Kernenergie und Pensionen gehalten werden.
Es entstehen im Zusammenhang mit der Übertragung der Mandate auf die Activest keine steuerlichen Nachteile, so ein E.ON-Sprecher. Die einzelnen Spezialfonds werden unter Beibehaltung der bisherigen Struktur auf die Activest übertragen.
Die Asset Allocation in der neuen Master-KAG wird sich an den langfristigen Verpflichtungen im Bereich Kernenergie und Pensionen orientieren. Für die einzelnen Segmente wurden im Rahmen eines Beauty Contests spezialisierte Manager ausgewählt. Eine endgültige Entscheidung zur Ausgestaltung der Segmente und der Asset Manager ist noch nicht getroffen.
Im Juni wurde J.P. Morgan Investor Services mit einem Mandat für alle Investment-Klassen für Global Custody, Wertpapieranleihen, Fondsbuchhaltung und Reporting beauftragt.
OECD entwickelt internationale Richtlinien für Pensionsfonds
Die OECD hat einheitliche internationale Richtlinien für die Pensionsfondsverwaltung und -übersicht vorgeschlagen.
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Finanzministerium weist Pressemeldungen zurück
Das Bundesfinanzministerium hat Pressemeldungen zurückgewiesen, wonach sich Bundesfinanzminister Hans Eichel für eine stärkere Steuerbelastung von Lebensversicherungen und Altersvorsorgeplänen ausgesprochen habe.
Eine Sprecherin des Ministeriums in Berlin zu dpn: „Alles, was der Finanzminister gesagt hat war, dass wir die Ergebnisse einer Expertenkommission zu diesem Thema abwarten müssen, bevor wir sie umsetzen. Daran hat sich nichts geändert.“
Eichel hatte vor kurzem in einem Interview verlauten lassen, er wolle im Zuge der geplanten Vereinfachung des Steuerrechts die steuerliche Regelung der Altersvorsorge genau überprüfen. Altersvorsorge solle man weiterhin fördern, wenn man aber alles als Altersvorsorge gelten ließe, gebe es keine Steuereinnahmen mehr. Vor diesem Hintergrund erwägt Eichel auch, die Spekulationsfrist für Aktien abzuschaffen. Eine Entscheidung steht noch aus.
Analysten erwarten, dass die Expertenkommission eine nachgelagerte Besteuerung für jedwede Form von Pensionsbeiträgen empfehlen wird, wenn sie im Frühjahr 2003 ihre Ergebnisse vorlegt. Im Anschluss will die Bundesregierung einen Gesetzesentwurf erarbeiten, der sich an den Vorschlägen der Kommission orientiert.
EFRP warnt vor Verzögerung bei Europarichtlinie
Der Vorsitzende der European Federation for Retirement Provision (EFRP), Alan Pickering, hat die Stellungnahme der Sozialdemokraten im Europaparlament zum Richtlinienentwurf über die betriebliche Altersversorgung kritisiert.
In der Kopenhagener Tagung der EFRP hat Pickering auch davor gewarnt, dass eine Einigung über die europäische Pensionsfondsrichtlinie in Gefahr sei.
Der parlamentarische Schattenberichterstatter für die Richtlinie, Wilfried Kuckelkorn, hat schon in den letzten Monaten angekündigt, dass die sozialdemokratische Fraktion in der nächsten parlamentarischen Lesung versuchen werde, Änderungen in den Kompromiss einzubauen. Kuckelkorn befürchtet die Einführung von liberaleren, qualitativen Investmentvorschriften.
Das Europäische Parlament hat den Richtlinienentwurf im Juli 2001 mit 458 zu 111 Stimmen angenommen. Die Zustimmung des Ministerrats erfolgte im Juni diesen Jahres.
Deutsche Sparer bevorzugen Immobilien
Trotz der Einführung der staatlich geförderten Altersversorgung befinden die Berufstätigen in Deutschland die Immobilie knapp zur besten finanziellen Altersabsicherung. Dies besagt eine neue Umfrage unter Erwärbstätigen zwischen 25 und 50 Jahren, die das Finanzforschungsinstitut NFO Infratest im Auftrag der Allianz Lebensversicherung durchgeführt hat.
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BHW Invest kooperiert mit Pictet
Die Kapitalanlagegesellschaft BHW Invest hat eine Kooperation mit der schweizerischen Privatbank Pictet im Bereich nachhaltige Anlagen angekündigt. Bei der Kooperation werde vorwiegend Pictet, Spezialist auf diesem Gebiet, BHW Invest bei der Auswahl solcher Produkte beraten, teilte die Kapitalanlagegesellschaft in Frankfurt mit.
Im Hinblick auf das zunehmende Wachstum für nachhaltige Anlagen, plant BHW Invest die Auflage von neuen Fonds, die solche Produkte einbeziehen und da dürfte Pictet eine wichtige Rolle spielen. Zudem teilte BHW Invest mit, sie wolle bis 2004 mit ihrer neuen Master-KAG etwa vier bis fünf Mrd. Euro verwalten. Eine Kundenzahl wollte die Gesellschaft aber nicht bekanntgeben.
Herunterstufung von Baring Asset Management
Die Londoner Ratingagentur Fitch hat seine Bewertung der Kreditwürdigkeit von Baring Asset Management auf „aa“ von „aa+“ heruntergestuft. In einer Mitteilung begründete Fitch den Schritt mit der „enttäuschenden Anlageperformance“ der Gesellschaft. So sei der Wert des Vermögens, das von Baring Asset Management verwaltet wird, zwischen 31. Dezember 2000 und 30. Juni 2002 um 28,5% auf 36 Mrd. Euro gesunken.
Zudem habe die Baring Asset Management, wie andere Vermögensverwalter auch, wegen der schwachen Finanzmärkte mit sinkenden Einnahmen zu kämpfen, hieß es weiter. Um den Abwärtstrend bei den Einnahmen zu stoppen, müsse der in Großbritannien ansässige Vermögensverwalter eine bessere Anlageperformance erreichen sowie weiterhin seine Kosten unter Kontrolle halten. Dennoch betonte Fitch, dass die neue Bewertung der Baring Asset Management ein hohes Maß an Kreditwürdigkeit bedeute.
Die Zukunft von AS-Fonds
Trotz sinkender Nachfrage für Altersvorsorge-Sondervermögen-Fonds (AS-Fonds) sieht der Bundesverband Deutscher Investment-Gesellschaften (BVI) die Zukunft von AS-Fonds nicht als gefährdet.
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Mehr als 1000 Firmen bei der MetallRente
Die MetallRente hat bis Ende Oktober Verträge mit mehr als 1 400 Unternehmen in der Elektro- und Metallindustrie abgeschlossen. Allianz-Dresdner, Konsortiumsleiter bei der Metall-Rente, sieht ihren gesamten Kundenkreis bei etwa 6 000 Firmen in einer Industrie, die drei Millionen Beschäftigte hat.
Die Nummer zwei der neuen betrieblichen Altersversorgung ist nach wie vor der Chemie Pensionsfonds, der die Münchener HypoVereinsbank für die Verwaltung und das Investmentmanagment beauftragt hat. Zum 30. September 2002 hat Chemie Pensionsfonds rund 330 Verträge mit Unternehmen aus der Chemiebranche gewonnen. Der Pensionsfonds rechnet damit, dass er letztendlich das Geld von etwa 600 000 bis 800 000 Chemie-Beschäftigten verwalten wird.
Übersicht der neuen Pensionsfonds und Pensionskassen
Im Oktober hat der Bosch Pensionsfonds von der Finanzaufsicht BAFin seine Zulassung erhalten. Der neue Fonds, der auf einer Master-KAG-Plattform der Allianz-Dresdner-Gruppe basiert, hat ein Mitarbeiterpotenzial von 120000. Außerdem wurden der LVM Pensionsfonds, der DEVK Pensionsfonds und die Aachener-Münchner Pensionskasse zugelassen.
Personalie
Andreas Hilka, Vorstand bei der Hoechst Pensionskasse, wird demnächst die Verantwortlichkeit für das Investmentmanagement bei der Continental übernehmen. Auf Anfrage bestätigte ein Hoechst-Sprecher zwar die Informationen, wollte aber keine weiteren Details nennen.
Die Pensionskasse für Angestellte der Continental AG hat rund 6 000 Versicherte und ein Vermögen von 3 Mrd. Euro. Die Hoechst Pensionskasse, eine überbetriebliche Einrichtung, hat ein Vermögensvolumen von rund 5 Mrd. Euro.
In Kürze
Tarifvertrag für Elektrohandwerk Der Zentralverband der Deutschen Elektrohandwerke (ZVEH) hat für die rund 400 000 Beschäftigten im Elektrogewerbe einen Vertrag für die betriebliche Altersversorgung mit der Volksfürsorge Deutsche Lebensversicherung abgeschlossen. Angeboten werden eine förderfähige Pensionskasse sowie eine rückgedeckte Unterstützungskasse.
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Kommentar – Hans-Jürgen Dannheisig
Verschiedenste kleinere Meldungen aus der internationalen Investment Community zeigen, dass die Branche aufgewacht ist. In Großbritannien wird der Ansatz einer Master-KAG kleinen und mittleren Spezialfondsanlegern geöffnet, in Deutschland treten neben der Neugründung BHW Invest nun zunehmend auch traditionelle Anbieter auf und wollen das Thema Master-KAG belegen.
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