dpn-Ausgaben » 2010 » August-September 2010
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Vom Olymp in die Tiefen des Retail-Bankings
Jetzt verlassen wir einmal kurz unseren institutionellen Hügel des Olymp und begeben uns hinab in die Welt der Sterblichen, in die profanen Tiefen des Retail-Bankings.
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Kurz & bündig
+++ Nachhaltigkeit und ethisches Investment bedeutet bei der Stiftung EVZ, dass mit heutigen Formen der Zwangsarbeit kein Geld verdient werden darf. Zudem wird 1 Prozent des Kapitals in so genannte Mikrokredite investiert, die der Förderung eigener Existenzgrundlagen in der Dritten Welt dienen. Und von den 3 Prozent Rohstoffanlagen wird nichts in Agrarrohstoffe investiert, um nicht der Preisspekulation bei Nahrungsmitteln Vorschub zu leisten. Vor allem aber werden Emittenten gemieden, die Formen der Zwangsarbeit fördern oder Verstöße gegen Menschenrechte in der Arbeitswelt dulden. Im halbjährlichen Turnus werden die Investments von einem spezialisierten Unternehmen durchgefiltert, wobei die Kriterien von der Stiftung selbst definiert wurden. Sind unter den „schwarzen Schafen“ deutsche Unternehmen, werden sie angeschrieben und zur Stellungnahme aufgefordert. +++ Nachhaltige Investoren und ihre Dienstleister – eine netzwerkanalytische Perspektive, Teil 2: In der kommenden Ausgabe veröffentlichen wir die 2. Netzwerkanalyse des Strategieberaters Funds@Work von nachhaltigen Investoren im deutschsprachigen Raum (Ergebnisse der ersten Analyse unter www.dpn-online.com; Reiter „dpn-Dossiers, Nachhaltig investieren!“ oder unter www.funds-at-work.com).
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Versicherer behalten noch ruhige Hand
Die HanseMerkur-Gruppe hat ihr Anleiheportfolio auf eine Seitwärtsbewegung eingerichtet. Raik Mildner, Vorstand der HM Trust AG, die die Gelder der Gruppe verwaltet, erwartet, dass die Zinsen bis zum Jahresende nicht signifikant steigen. „Dem derzeit niedrigen Zinsniveau stehen langfristig aber überproportionale Rückschlagsrisiken an den Rentenmärkten gegenüber“, so Mildner. „Wir behalten unsere Strategie der Investition in beste Bonitäten bei und orientieren uns bei den Laufzeiten an der Passivseite.“ Der Schwerpunkt des Portfolios ist und bleibt der europäische Währungsraum. Anleihen der Emerging Markets (EM) schließt er grundsätzlich nicht aus, sie stehen kurzfristig allerdings nicht auf der Agenda. „Interessant wären hier vor allem EM-Staatsanleihen.“ Auch Fremdwährungsanleihen schließt er grundsätzlich nicht aus. Allerdings sind ihm auf ungesicherter Basis die Währungsrisiken zu hoch.
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No Future für Local Currency Bonds
Die Eigenanlagen der Stadtsparkasse München teilen sich in Direktbestand und Spezialfonds auf. Der Direktbestand soll jederzeit die Liquidität sicherstellen. „Daher investieren wir überwiegend in hochliquide Anleihen wie zum Beispiel deutsche Pfandbriefe, deutsche Länder- und Staatsanleihen sowie deutsche Förderbankenanleihen“, heißt es aus dem Treasury um Dr. Bernd Hochberger. Um zu diversifizieren und eine angemessene Gesamtrendite zu erzielen, investieren die Münchner zusätzlich über Spezialfonds in ausgewählte europäische Covered Bonds sowie in Corporate Bonds. So soll es im Rahmen der taktischen Asset Allocation bis auf Weiteres auch bleiben. Mit möglichen Investitionen in Emerging Markets befasst man sich, eine Investitionsentscheidung ist aber noch nicht gefallen. Auch Fremdwährungsanleihen sind kein Bestandteil des Anlagespektrums. Der Grund? Man will Währungsrisiken weder tragen noch absichern. KUE
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Gesucht: Core in Deutschland und Europa
Viele institutionelle Investoren konzentrieren sich nach wie vor ausschließlich auf Core-Immobilien. Auch Ferdinand von Sydow, Geschäftsführer der IVG Funds, sieht einen klaren Fokus auf Core, wobei: „Der Begriff Core wird heute etwas enger gefasst; es gibt eine noch stärkere Einordnung am Standort.“ Regional sieht er eine Renaissance Deutschlands, darüber hinaus auch selektiv in großen Metropolen Westeuropas – und ein leichtes Interesse Polens.
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Anleihetransaktionen im Visier
DB Advisors, Deka Investments, Union Investment sowie der Anleiheverwalter Bantleon nehmen ab September 2010 an einer Peergroup-Studie von XTP Transaction-Partners über den Rentenhandel teil. Insgesamt soll das Teilnehmerfeld aus bis zu zwölf Asset Managern und institutionellen Investoren bestehen. In der Studie werden Wertpapiertransaktionen in einem abgestimmten Universum europäischer Staatsanleihen, Jumbo-Pfandbriefen und Unternehmensanleihen für einen Zeitraum von drei Monaten analysiert.
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Ausdauernd mit Hang zum Investigativen
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Wolfram Gerdes
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Wolfram Gerdes wird 50. Der Mathematiker erzählt Maik Rodewald, wie ihn Zahlen geprägt haben – und spricht über seine Passion für Finanzmärkte und Kilometer
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Eine Stiftung erinnert an ihre Zukunft
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Dr.Schneider
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Eine ganz besondere Stiftung ist Ende August zehn Jahre alt geworden. Dr. Eckhard Bergmann sprach mit ihrem Kapitalanlagechef, Dr. Harald Schneider
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The latest trend: Emerging market debt
It did not take long for Nordic pension funds to regain confidence and return to pre-crisis strategies
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China: für alle Emotionen gut genug
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Maik Rodenwald
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Ich staune immer noch. Noch nie bekam ich ein solches Echo auf ein Interview wie auf das mit Chinas Volkskongressler und Immobilien-Insider Wilfred Wong (dpn Juni/Juli-Ausgabe und FT vom 26. Juli) – auch aus London. Bemerkenswert, denn die Kollegen in „OSB“, kurz für „One Southwark Bridge“, der Adresse der FT-Zentrale, werden täglich mit Artikeln von weltweiter Bedeutung überschwemmt. Wieso konnte sich obiger Artikel dem normalen Abnutzungs- und Abstumpfungseffekt entziehen? Weniger wegen des Themas Immobilien, vermute ich. Nein, die Schlüsselwörter „China“ und „Volkskongress“ sind schuld. Nun bin ich ein Freund der – zuweilen gefährlichen – Induktion, also des „vom Kleinen aufs Große Schließens“. Deshalb folgere ich aus dieser allgemeinen Hypersensibilität, dass wir ein extrem irrationales Verhältnis zu China haben, nach wie vor. Wir sind unsicher, was China angeht, zwischen Hoffen (dass Chinas Investitionsboom die Weltkonjunktur trotz des Deleveragings des Westens stützen wird) und Bangen (dass die USA und China bald nicht mehr nur über eine Renminbi-Aufwertung streiten). Dass die wenigsten von uns jemals in China waren, macht uns nicht sicherer. Verblüffend ist jedoch: Selbst diejenigen, die (kurz) in China waren, kommen noch unsicherer zurück. Ein gutes Beispiel ist der sehr geschätzte Ökonom Dieter Wermuth. Vergleichen Sie einmal seine Einträge im ZEIT-Blog „Herdentrieb“ vor, während (22. Juli) und nach seinem zweiwöchigen Aufenthalt in Peking, Xi An und Schanghai. Er schwankt und schwankt und schwankt.
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Anfällig für Korruption?
Die Schweizer Pensionskassen-Szene ist in Aufruhr. Der ehemalige Anlagechef (Kürzel: „D.G.“) der 23,5 Milliarden Schweizer Franken schweren kantonalen Zürcher Pensionskasse BVK und weitere Beschuldigte sitzen in einem Strafverfahren wegen Korruption in Untersuchungshaft. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft sollen Bargeldzahlungen in sechsstelliger Höhe geflossen sein. Mit der Konsequenz, dass ganz Zürich im Moment die Frage diskutiert, ob das Milliardengeschäft der zweiten Säule in der Schweiz den Anlagechef anfällig für Gefälligkeiten machte. Fest steht auf jeden Fall: Hirnforscher und Psychologen haben in der Fachzeitschrift „Gehirn und Geist“ veröffentlicht, dass das menschliche Gehirn stärker auf Gewinnerwartungen als auf reale Erträge und zusätzlich eher auf erwartete Profite als auf befürchtete Verluste anspringt. Die Aussicht auf Reichtum übertüncht sozusagen die Angst vor Armut. Doch was bedeutet dies beim Fall BVK-Pensionskasse? Ein potenziell anfälliger Anlagechef wird sich nur dann von Korruption abschrecken lassen, wenn der zu befürchtende Verlust – etwa in Form sozialen Abstiegs nach Entdeckung und staatlicher Strafe – den zu erwartenden Gewinn oder Vorteil massiv überkompensiert. Nicht mehr und nicht weniger! ML
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Grüße von Nummer drei
Zuletzt mal was über Japan gelesen? Genauer gesagt, über japanische Aktien? Die Antwort lautet vermutlich eher: „Nein“, wahrscheinlich mit dem Zusatz: „Schon lange nicht mehr“. Die Researcher und Portfolio Manager von Invesco schaffen Abhilfe. Suggeriert die Überschrift „Wird Japan uns alle überraschen?“ der dreiseitigen Abhandlung im Kundenmagazin „Risk & Reward“ noch vorsichtige (politisch korrekte ?) Zurückhaltung, geben die Autoren im Artikel ordentlich Gas. Nach nochmaligem Überfliegen der gefühlten zwei Dutzend Gründe, weshalb Nippons Aktien zu billig sind, könnte auch der abgeneigte Leser plötzlich wieder Potenzial erkennen – auch wenn er (wie der Autor dieser Zeilen) sich mindestens einmal in den vergangenen 15 Jahren am Land der aufgehenden Sonne die Finger verbrannt hat, und der Yen ausgerechnet jüngst erst ein 15-jähriges Hoch gegenüber dem US-Dollar markiert hat – zum Leidwesen der dortigen Exportindustrie. Und obwohl die Invesco-Researcher seit Redaktionsschluss (15. Juli) zum Beispiel mit der Aussage: „Wir glauben, dass der Yen gegenüber dem US-Dollar allmählich abwertet“ komplett daneben liegen, sind wir dankbar. Wer sonst gesteht der alten (bis 1968) und neuen Wirtschaftsmacht Nummer drei coram publico derzeit Chancen zu? MRO
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Zeno Staub
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Zeno Staub
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Endlich ein Schweizer, der Europa und seine Währung nicht untergehen sieht: Der Kontinent wird sich schon durchwursteln, erzählt der oberste Asset-Management-Chef von Vontobel Michael Lennert. Doch auch seine kluge Diplomatie hat Grenzen: Dort, wo man gegen aktives Asset Management wettert.
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Thirty: Love für die Schwellenländer
Ulrich Buchholtz und Maik Rodewald ordnen die Ergebnisse der großen Financial Times/dpn-Umfrage über Emerging Markets ein
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Administration
Teilnehmer
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Gute Gründe für Schwellenmärkte
Steven Bayly erläutert die Bedeutung eines risikoadjustierten Engagements langfristig orientierter Anleger an den Emerging Markets
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Risikomanagement durch Nachhaltigkeit
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Ingo Speich,
Portfoliomanager, Union Investment
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Ingo Speich nennt die Vorteile einer nachhaltigen Geldanlage hinsichtlich verbesserter Risikoeigenschaften
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Sahnehäubchen gesucht oder: Diversifizierung
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Signal Iduna Hauptverwaltung in Dortmund
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Klassisches Alpha, taktisches Management und Alternatives sollen den Zusatzertrag bringen. Ein Bericht von Dr. Eckhard Bergmann
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Kurz & bündig
+++ Aufseher unter Aufsicht: Wie steht es um die Exekutiv-gewalt der nationalen Auf-sichtsbehörden, sollte 2012 Solvency II wie geplant an den Start gehen? Das Regime stellt eine Herkulesaufgabe schließ-lich nicht nur für die Player dar, sondern auch für die „Watch-dogs“ selbst. Das sagte sich wohl auch das Committee of European Insurance and Occu-pational Pensions Supervisors (Ceiops) und hat alle 30 betrof-fenen Aufseher des Europäi-schen Wirtschaftsraums befragt. Ergebnis: Die Aufseher Europas sind auf einem guten, aber noch langen Weg. Methodik, Werk-zeug, Prozedur und Personal wollen noch in Einklang gebracht werden, doch das Arbeitstempo scheint stetig zu steigen. Der nächste Milestone steht auch schon vor der Tür: Bei der nun laufenden Quantitative Impact Study QIS 5, der letzten geplan-ten Auswirkungsstudie, sollen möglichst alle 3.500 beaufsich-tigten Erst- und Rückversicherer an Bord geholt werden, entspre-chend groß ist die Herausforde-rung nicht zuletzt auch für die Aufsichtsbehörden. Zwischen-fazit: Zumindest an der Einsatz-bereitschaft der nationalen Aufseher wird die Einführung von Solvency II wohl nicht scheitern. +++ Solvency II stößt nun offenbar auch bei skandinavischen Finanz-dienstleistern auf zunehmende Vorbehalte. Die geplante Richtlinie kollidiere mit dem Bedürfnis von Pensions-fonds, langfristig risikoreiche Assets zu halten, so Steen Jorgensen, Vorstandsvorsitzen-der der dänischen Finanssekto-rens Pensionskasse, gegenüber den Nordic Region Pension and Investmentnews (nrpn). Felix Haldner von der schweizeri-schen Partners Group sieht dabei die Gefahr einer europaweiten Verkaufswelle von Aktien inner-halb der Branche, mit Folgen für den gesamten Finanzmarkt.
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AS-Investmentrente: Härtere Bandagen
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Dieter Posch: Einsatz für die AS-Investmentrente
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Hat der Bundesverband Investment und Asset Management BVI im Kampf um eine fondsbasierte Rente in der bAV einen Etappensieg erzielt? Zumindest soll die Zulassung einer AS-Investmentrente durch die Bundesregierung geprüft werden, forderte jüngst die Wirtschaftsministerkonferenz auf Initiative des hessischen Wirtschaftsministers Dieter Posch (FDP). Eine Antwort erwartet man zur Herbstkonferenz im November.
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Aon bittet zum Altar
Doppelnamen sind nicht nur bei Lehrer-Ehepaaren beliebt, sondern offenbar auch bei Beratern. So soll der Merger des US-Personalberaters Hewitt Associates auf Aon, dem weltgrößten Versicherungsmakler, im November in die neue Einheit Aon Hewitt münden. Der Deal wird Aon voraussichtlich 4,9 Milliarden US-Dollar kosten und 3.000 neue Beratungskunden bescheren. Damit schreitet mittelbar die Oligopolisierung des deutschen Pensionsberatermarktes voran, erneut angestoßen durch einen Merger amerikanischer Mutterhäuser. Erst vor einem Jahr fusionierten in den USA Towers Perrin und Watson Wyatt, im Fahrwasser folgten Rauser Towers Perrin und Watson Wyatt Heissmann.
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Aufsicht I: Parlament mit Geländegewinn
In diesen Tagen, in denen die vorliegende dpn-Ausgabe erscheint, wird möglicherweise das Schicksal der neuen europäischen Finanzaufsicht entschieden. Nachdem das Europäische Parlament (EP) seinen Widerstand gegen den zuvor von Europäischem Rat und Europäischer Kommission ausgehandeltem Kompromiss angekündigt hatte und damit eine schnelle Verabschiedung der Verordnungen illusorisch geworden war, haben Rat, Kommission und EP im Verlauf des Sommers in wesentlichen Punkten Übereinstimmung erzielt. Da bereits Anfang 2011 das European System of Financial Supervisors (ESFS) mit Eiopa (European Insurance and Occupational Pensions Authority), Eba (European Banking Authority) und Esma (European Securities and Markets Authority) stehen soll, hat man – um den knackigen Zeitplan einhalten zu können – die erste Lesung im EP auf den 9. September verschoben. Das bringt eine kleine Fristverlängerung für das unkomplizierte Trilog-Verfahren zwischen Rat, Kommission und EP, denn nach erster Lesung im EP ist grundsätzlich nur noch das formelle Schlichtungsverfahren mit Vermittlungsausschuss möglich, bei dem Kompromissfindungen erfahrungsgemäß länger dauern. Besonders in der heiklen Frage der Durchgriffsrechte der neuen Behörden auf nationale Finanzdienstleister ist der Rat dem EP entgegengekommen. So sollen die Behörden nicht nur im Krisenfall, bei Unstimmigkeiten zwischen nationalen Aufsehern und bei Verstößen gegen europäisches Recht verbindlich entscheiden, sondern auch auf grenzüberschreitende, systemrelevante Player durchgreifen dürfen. Details waren bei Redaktionsschluss noch unklar.
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Aufsicht II: Warum hier?
In dem Bericht des Europäischen Parlamentes zur Europäischen Aufsicht (Berichterstatter Peter Skinner) findet sich auch ein Vorschlag zur Einrichtung eines Garantiefonds und eines Stabilitätsfonds für das Versicherungswesen und die betriebliche Altersversorgung. Diesen Fonds sollen systemrelevante, grenzüberschreitend tätige Player beitreten müssen, alle anderen das freiwillig und mit befreiender Wirkung von ihren nationalen Systemen können. Gespeist werden sollen die Fonds mit risikoadjustierten Beiträgen ihrer Mitglieder.
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Hans H. Melchiors Nicht minder viel im Auge haben
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Hans H. Melchiors
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Kurz war es recht still geworden um ihn. Bis April 2008, als er die Volksfürsorge nach deren Verschmelzung auf die Mutter Generali verließ, war Hans H. Melchiors eine feste Größe auf dem Parkett der betrieblichen Altersversorgung in Deutschland. Meriten erwarb sich der Ökonom vor allem mit der Gründung des HVB- und des Chemie-Pensionsfonds (heute beide bei der R+V). Der Wechsel zur Hanse Merkur Ende 2008 entpuppte sich dann als eher unglückliches Zwischenspiel, das die Beteiligten auch nach einem Jahr wieder beendeten. Die neue Freizeit seitdem sei ihm gegönnt, doch ab Mai 2011 wird es damit vorbei sein.
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Gerhard Ebinger
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Gerhard Ebinger
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Da muss sich der Ex-Fernspäher aber schnell auf eine neue Lage einstellen. Erst im Herbst letzten Jahres war Gerhard Ebinger von der Münchner BMW-Zentrale nach Birmingham geschickt worden, um das britische Pensionswesen der Autobauer zu leiten, das noch aus dem Rover-Abenteuer stammt. Im Frühjahr hatte Ebinger für Aufmerksamkeit in der Londoner City gesorgt, als er mit einem Longevity Swap BMW-Langlebigkeitsrisiken in Höhe von drei Milliarden Pfund Sterling über die Deutsche Bank und deren Versicherungstochter Abby Life versichert hat. Als neuer Leiter Asset Management bei BASF hat es der Betriebswirt, Jahrgang 1969, künftig nun mit Plan Assets von circa 14 Milliarden Euro zu tun. Der Chemieriese, in der bAV seit mehr als 120 Jahren engagiert, verfügt traditionell über ein solides Funding, Ratio derzeit bei circa 90 Prozent. Ebingers Vorgänger in Ludwigshafen, Dieter Klein, der im Vorjahr 15 Prozent Performance auf die Plan Assets berichten durfte, übernimmt im Hause eine neue Aufgabe, heißt es. PBA
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Edith Gräfl
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Edith Gräfl
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Ihren Namen kann man sich auf dem Parkett schon mal merken. Immerhin wird die 55-Jährige Nachfolgerin des Neu-Pensionärs Dr. Gerhard Reinecke als Vorsitzende des Dritten Senats am Bundesarbeitsgericht in Erfurt, zuständig für die bAV. So wird die Mainzerin Gräfl ausreichend Gelegenheit haben, der bAV in den nächsten zehn Jahren ihren juristischen Stempel aufzudrücken. Reinecke, elf Jahre lang Vorsitzender, hat zuletzt mit seinem Urteil vom September 2009 Zweifel an der Rechtmäßigkeit der Zillmerung in der Entgeltumwandlung dem Grunde nach auszuräumen gesucht, dabei aber auch wichtige Fragen offen gelassen. So könnte sich Frau Gräfl durchaus mit Themen wie unangemessener Benachteiligung und zulässigen Kosten in der bAV konfrontiert sehen. Über einschlägige Berufserfahrung verfügt sie: 1985 trat sie das Richteramt am Arbeitsgericht Stuttgart an, ihren ersten Vorsitz übernahm sie 1995 am Landesarbeitsgericht Sachsen. Seit 1998 ist sie am BAG, zuletzt als stellvertretende Vor-sitzende im Siebten Senat. PBA
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Martin Katheder
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Martin Katheder
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Der 37-jährige Volkswirt Martin Katheder ist seit Juli 2010 neuer Chef des Geschäftsfeldes private und betriebliche Altersversorgung (Pension Markets) der Allianz Global Investors (AGI). Zeitgleich wurde er zum neuen Vorsitzenden der Geschäftsführung der Allianz Pension Partners (APP) berufen, der bAV-Beratungseinheit der AGI. Über Tobias Pross (39), Vorgänger Katheders in beiden Positionen, heißt es in der AGI-Pressemitteilung nur, dass dieser „in der Geschäftsführung der Allianz Global Investors KAG mbH eine neue Verantwortung in der Leitung des institutionellen Geschäfts übernimmt.“ Pross bleibt allerdings Geschäftsführer der Allianz Global Investors Kapitalanlagegesellschaft, so AGI gegenüber dpn.
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Brüssel schießt aus allen Rohren
Die EU tritt an, mehr Einfluss auf das europäische Pensionswesen zu nehmen. Deutschland hat viel zu verlieren. Und einzubringen.
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Insolvenzschutz in der bAV: Ein Thema weitet sich aus
Nun ist die europäische Front auch offiziell eröffnet: Das EU-Grünbuch spricht den Insolvenzschutz für Betriebsrenten direkt an, noch ohne dabei konkret zu werden. Auch in die Debatte um die Aufsicht hat sich das Thema reingedrängelt. Fest steht: Die Kommission wird früher oder später initiativ werden.
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Der Schatten Weimars: Willkommen im Club
Das böse, böse Deutschland sitzt mal wieder auf der Anklagebank, diesmal als Rechtsnachfolgerin der seligen Weimarer Republik: Ein Bezirksgericht in Miami hat nun eine Klage auf Bedienung seinerzeitiger Anleihen zugelassen, Volumen 450 Millionen US-Dollar. Dumm nur, dass die Duration dieser Nachkriegs-Bonds des ersten Weltkriegs inzwischen satte 80 Jahre beträgt. Dumm auch, dass die Klage nur Präzedenzcharakter besäße, sollte der Kläger Recht bekommen. Denn insge-samt stehen noch Anleihen von bis zu einer Milliarde Dollar aus, was heute – nach Zins und Zinseszins – einem hohen dreistelligen Milliardenbetrag entspricht. Gut aber, dass die Rückzahlung nicht wie ursprünglich vereinbart in Gold erfolgen müsste. Obwohl – vielleicht ist das ja der Grund, warum der größte Teil bundesrepublikanischer Goldreserven praktischerweise bereits seit Jahr und Tag im Klägerland lagert? Wie dem auch sei, und einmal abgesehen von der Tatsache, dass mit dem geliehenen Geld damals in erster Linie Reparationen bezahlt worden sein dürften: Geht die Klage durch, werden wohl auch in der innereuropäischen Kommunikation die Karten neu gemischt. Denn was sagt der Grieche dann zum Deutschen? Richtig: „Willkommen im Club.“ PBA
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Hartz IV-Regelsätze: Endlich bAV für alle
Eröffnet sich der bAV ein völlig neues Marktpotential? Kaum eine Talkshow dieser Tage, in der nicht diskutiert wird, wie die vom Verfassungsgericht angeordnete Überarbeitung der Hartz IV-Regelsätze erfolgen soll. Viele Vertreter einschlägiger politischer Couleur würden nun am liebsten sofort Cash in die öffentliche Hand nehmen, um es an potentielle Wähler aus ihrem Milieu zu verteilen. Schade nur, dass sie in der Opposition sitzen. In der Regierung gibt es wenigstens Stimmen, die auf bar-geldlose Mittel setzen, um die pekuniären Anreize der sozialen Hängematte nicht weiter zu erhöhen. Unser Vorschlag: Ein Anspruch auf Entgeltumwandlung für alle Hartz IV-Empfänger! Und da es an einem Entgelt natur-gemäß fehlt, wird der Umwandlungsbetrag kurzerhand vom Staat übernommen. Dann haben wird das Verfassungsgericht froh gemacht, beugen Altersarmut vor und pushen unsere Finanzdienstleister.
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Die Europäische Kommission zur Zukunft der Rentensysteme Europas
Die Kommissare Olli Rehn, László Andor und Michel Barnier kommentieren das Grünbuch der EU-Kommission zum Pensionswesen
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Denn sie wissen was sie tun: der Regulierung erster Teil
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Dienstsitz der Europäischen Kommission in Brüssel
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Das Grünbuch zum Pensionswesen zeigt die weitreichenden Pläne der Europäischen Kommission. Pascal Bazzazi gibt einen Überblick über viele offene Baustellen
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