dpn-Ausgaben » 2006 » April 2006 (Brief)
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Fidelity bereitet Zeitkontnmodell vor
Nach Informationen von dpn wird Fidelity Investments voraussichtlich im Spätsommer in Deutschland mit einem Zeitkontenmodell an den Markt gehen. Damit hat Dr. Klaus Mössle, der Mitte 2004 von der Deutschen Asset Management zu Fidelity kam und das institutionelle Geschäft voranbringen sollte, ein weiteres Projekt angeschoben. Mössle hatte bereits kurz nach seinem Antritt bei Fidelity in Kronberg erklärt, dass man den Kunden vor allem in der betrieblichen Altersversorgung deutlich mehr als bisher bieten wolle. Mit dem Zeitkontenmodell liefert er nun ein größeres Projekt im Segment bAV.
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Axa Investment Managers machen Alpha portabel
Erst wenige Investoren wie etwa die Nordrheinische Ärzteversorgung setzen es bereits ein (vergleiche dpn, März/April-Ausgabe), allzu viele Anbieter gibt es ebenfalls nicht – und viele Consultants betrachten es eher als intellektuelle Übung denn als Marktchance: Portable Alpha. Das intuitive Konzept der Trennung von Alpha und Beta mit dem Ziel, sich Alpha ins Portfolio zu holen, das ansonsten mit den im Portfolio enthaltenen Asset-Klassen gar nicht zu holen wäre, bleibt zumindest in der Breite noch in den Schubladen. Eine Ausnahme: Axa Investment Managers. Deren Produktdesigner in Paris tüfteln schon seit längerem daran, wie man die Alpha-Quellen im Konzern (darunter gerade auch die stabile Überrendite vieler Axa Rosenberg-Produkte) zusammenführt. Das baldige Ergebnis: Mindestens ein Portable-Alpha-Fonds, der Mitte 2006 als Ucits3-konformer Fonds endlich aufgelegt wird, wie Axa auf Nachfrage von dpn bestätigte. Die Alphaquellen sollen 14tägig anhand eines quantitativen Allokationsmodells neu gewichtet werden. Der Transport des Alphas auf eine gängige Renten-Benchmark erfolgt via eines Total Return Swaps. In einer anderen Variante soll der Investor das Alpha über dem Dreimonats-Euribor erhalten – Axa IM peilen 300 Basispunkte an. Als Mandatsvarianten könnten die Ansätze ebenfalls angeboten werden. MRO
VBL: Viel Positives aus Karlsruhe
Bei der Versorgungsanstalt des Bundes und der Länder (VBL) hellen sich die Mienen immer deutlicher auf: Denn erstens hat die größte Einrichtung der Zusatzversorgung für Beschäftigte des öffentlichen Dienstes im Jahr 2005 erstmals seit mehreren Jahren wieder mehr öffentliche Arbeitgeber gewonnen als verloren: Die Zahl der beteiligten Arbeitgeber stieg 2005 um 0,6 Prozent, nach einem Minus von 0,1 Prozent im Jahr 2004. Vorstandsmitglied Richard Peters äußerte sich im Gespräch mit dpn zuversichtlich, dass keine weiteren Austrittswellen mehr zu befürchten sind und die Zahl der Kündigungen weiter abnimmt - 2005 kehrten noch zehn beteiligte öffentliche Arbeitgeber der VBL den Rücken, nach 48, 36 und 27 Beteiligten in den Jahren seit 2002. Zweitens werden die guten Ergebnisse der 2002 eingeleiteten Spezialisierung der Kapitalanlagestruktur – mehr spezialisierte und mehr ausländische Asset Manager, High-Alpha-Mandate mit hohen Tracking-Error-Vorgaben – auch im Vergleich zu den größten Pensionskassen immer augenscheinlicher: Nach der Bafin-Berechnungsmethode für die laufende Durchschnittsverzinsung betrug die Rendite des gesamten Anlagevermögens der VBL (elf Milliarden Euro) in den Jahren 2004 und 2003 5,34 und 6,68 Prozent – über dem Schnitt der zehn größten Pensionskassen (5,23 und 5,16 Prozent). Und 2005 soll wieder ein guter Jahrgang gewesen sein.
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Union Investment feiert mit Rohstoffderivatefonds Premiere
VAG-Investoren sollten jetzt besser nicht weiterlesen: Intelligent in Rohstoffe investieren heißt, deren um den Wert Null oszillierende Korrelation mit Aktien und Renten auszunutzen. Will man das Risiko physischer Lieferungen ausschließen – die berühmten Schweinebäuche vor der Haustür – muss man deshalb Rohstoff-Derivate einsetzen. Da aber auch das für VAG-Investoren ohne Sondergenehmigung der Bafin nicht erlaubt ist, weil Commodities laut Investmentgesetz nicht in der Positivliste als Finanzinstrumente gelistet sind, müssen Versicherer, Pensionskassen und Versorgungswerke auf die Überarbeitung des Investmentgesetzes hoffen - nach aktuellem Stand soll das überarbeitete Gesetz Anfang 2007 in Kraft treten.
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VW Pension Trust e.V. untersucht den Einsatz neuer Asset-Klassen
Auch was sich bewährt hat, ist vor Veränderungen nicht gefeit. Zum Beispiel die neue Kapitalanlagestruktur, die sich der VW Pension Trust e.V. Mitte Mai vergangenen Jahres gegeben hat: statt drei Mischfonds nun sieben spezialisierte Aktien- und Rentenmandate plus einen Overlay-Manager (HSBC Trinkaus). Über beide Töpfe hinweg – unter dem Trust hängen der mittlerweile 1,1 Milliarden Euro schwere Pensionsfonds (Mindestrenditeziel vier Prozent, Anlagehorizont 15 bis 20 Jahre) und der 800 Millionen Euro schwere Zeit-Wertfonds (unter vier Prozent; 10 Jahre) – betrug die Rendite 2005 über zwölf Prozent, deutlich über den Anfangserwartungen von Albrecht Möhle (mehr zu den Erfahrungen des VW Pensions Trusts nach einem Jahr mit der neuen Anlagestruktur folgt in der Mai-Ausgabe von dpn). Dennoch: Das Universum hat mehr zu bieten als Bonds und Aktien, und deshalb plant das Vorstandsmitglied des VW Pension Trusts und Bereichsleiter für Geld- und Kapitalmarktaktivitäten im Konzern-Treasury, neue Asset-Klassen zu prüfen und wenn möglich auch zu integrieren. Infrage kommen beispielsweise Private Equity, Hedgefonds, Immobilien und ein Emerging-Market-Exposure, aber auch weitere Bond-Klassen wie Wandelanleihen und Subordinated Debt sollen geprüft werden.
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Pan European Pensions Plans standhaft auf dem Vormarsch
International aufgestellte Unternehmen wollen langsam aber stetig ihre Pensionsverpflichtungen und die dazugehörenden Assets im Hinblick auf Kosten, Risiken und personalpolitische Ziele auf internationaler Ebene steuern (vergleiche dazu auch den Bericht über den VW Pension Trust e.V. oben). Das geht aus einer aktuellen Studie von Rauser Towers Perrin hervor, die dazu 71 international agierende Unternehmen, darunter 13 Vertreter aus dem Dax, befragt haben. „Die Unternehmen sehen auf dem Gebiet der paneuropäischen Pensionspläne Handlungsbedarf. Gleichwohl werden und müssen die Ergebnisse des Handelns nicht mit dem übereinstimmen, was der Regelungsgeber idealtypisch vorgesehen hat“, fasst Dr. Reiner Schwinger, Co-Autor der Studie und Vorstand bei Rauser Towers Perrin im schwäbischen Reutlingen, die wichtigsten Resultate zusammen.
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MAN-CTA startet mit 500 Millionen Euro
MAN hat sein neu gegründetes Contractual Trust Arrangement (CTA), welches nach dem Modell des MAN Pension Trust e.V. errichtet wurde, zum Start mit Finanzmitteln in Höhe von 500 Millionen Euro dotiert. Die Dotierung mindert entsprechend die Pensionsrückstellungen, die danach zum Jahresende noch 1,185 Milliarden Euro gegenüber 1,716 Milliarden Euro per Ende 2004 betrugen. Dieser Umschichtungsprozess soll fortgesetzt werden bis zur vollständigen Abdeckung der inländischen Pensionsansprüche durch das CTA. Der Trust soll dabei die Funktion eines Treuhänders gegenüber den versorgungsberechtigten Mitarbeitern sowie Rentnern übernehmen.
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Bei der Aktien-Boutique Comgest brummt es in Europa
Der Pensionsplan von Honda in Großbritannien, der Pensionsfonds von Heineken in Holland, Rolex in der Schweiz, der Fonds des französischen Senats („Sénat“) und das Bankhaus Spängler in Österreich: Sie alle zieren die Referenzliste einer französischen Aktien-Boutique namens Comgest – bekannt vor allem für ihre sehr konzentrierten Portfolios bei vergleichsweise langer Haltedauer (Turnover p.a.: im Schnitt 10 bis 15 Prozent) sowie ihren mittlerweile knapp 1,3 Milliarden Euro schweren Sicav Magellan, einen Emerging-Market-Fonds. Hierzulande ist die 1986 gegründete Boutique, an der alle 45 Mitarbeiter, darunter 18 Portfoliomanager und drei Analysten, Anteile halten, nicht sehr bekannt. Und das, obwohl Comgest fast ausschließlich Geld für Institutionen verwaltet. Von den 6,5 Milliarden verwalteten Euro stammen gerade einmal 600 Millionen Euro von zehn deutschen Großanlegern, darunter auch einige Sparkassen. Am meisten Geld fließt derzeit in die Emerging-Markets-und Asien-Ansätze; bereits drei Viertel der Assets sind dort investiert.
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Personalien
Im Mai 2001 hat er die Wiesbadener Commerz Grundbesitz-Spezialfondsgesellschaft (CGS) mitgegründet, knapp fünf Jahre später, seit Anfang April 2006, ist der 47jährige Roger Welz neues Geschäftsführungsmitglied der Meag Munich Ergo KAG, die zurzeit rund 16 Milliarden Euro verwaltet. Bei der CGS, derzeit mit sechs Spezialfonds (darunter vier, bald fünf Pool-Spezialfonds) auf dem Markt, war er für das Marketing und den Vertrieb, das Portfoliomanagement und das Finanz- und Rechnungswesen zuständig. Welz wird bei den Münchnern den Vertrieb von Immobilienprodukten an Institutionelle verantworten – zumindest in der KAG. Gesamtverantwortlich für Immobilien bleibt Dr. Knut Riesmeier von der KAG-Muttergesellschaft Meag Munich Asset Management GmbH. MRO
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Kommentar – Winfried Hutmann
Fondsmanager sind für gewöhnlich rationale Menschen. Bevor sie in ein Unternehmen investieren, klopfen sie die harten Fakten ab. Treffen sie qualitative Aussagen, liest man unter der Überschrift „Investment Rationale“ oft Sätze wie diesen: „Das Unternehmen hat sich klar auf seine Kernkompetenzen fokussiert.“ Fragt man indes die gleichen Fondsmanager nach den Kernkompetenzen des eigenen Unternehmens, besteht die Antwort in der Regel aus einem erstaunten Blick.
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