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Die Wüstenrot & Württembergische (W&W) führt bei der Umsetzung von Solvency II als größte Herausforderungen die Unklarheiten in den konkreten Vorgaben und die immerwährenden Spekulationen über Verschiebungen an. Ebenso der enorme Aufwand, beziehungsweise der Umfang bei der Datenbereitstellung. Doch auch eine weitere große Hürde gab es zu überwinden: „Der Status der Versicherung als Finanzkonglomerat. Da die W&W als Vorsorge-Spezialist sowohl unter die Finanzkonglomerate-Aufsicht nach Versicherungsrecht als auch als Finanzholding unter die Regelungen der Bankaufsicht fällt“, sagt Immo Dehnert, Sprecher bei der W&W.

Wesentliches Verbesserungspotenzial bei Solvency II sieht Dehnert zum aktuellen Zeitpunkt vor allem bei den pauschalen und nicht immer adäquaten Risikoeinstufungen. „Dies gilt sowohl für das versicherungstechnische Risiko in der Beurteilung langfristiger Garantien und den Naturgefahren, als auch für die Kapitalanlagen“, sagt er und verweist darauf, dass beispielsweise Investments in Immobilien beim bisher eingeschlagenen Weg von Solvency II pauschal mit Solvenzmitteln in Höhe von 25 Prozent des Anlagebetrages unterlegt werden müssen, unabhängig von der tatsächlichen Gefährdungslage. Ebenso unadäquat sei beispielsweise die Risikoeinstufung von Infrastrukturinvestments, zum Beispiel im Bereich Erneuerbarer Energien / Energieversorgung. „Trotz geringer Volatilitäten, stabiler und kalkulierbarer Erträge sowie einer weitgehenden Entkopplung vom Kapitalmarkt werden diese Investments wie Beteiligungen – zum Beispiel Aktien – mit einer Unterlegung von bis zu 49 Prozent eingestuft“, erklärt der W&W-Solvency-II-Experte.

Da die W&W das Solvency-II-Projekt im Wesentlichen ausschließlich mit eigenen Mitarbeitern schultert, war eine stringente Projektplanung, Abstimmung und Priorisierung der Aufgaben unabdingbar. Ein Umstand, der laut Dehnert per se schon sehr große personelle Kapazitäten bindet. Daneben hat sich die W&W an sämtlichen Auswirkungsstudien beteiligt, und es gab eine intensive Zusammenarbeit mit den entsprechenden Arbeitsgruppen des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft GDV.

Erst kürzlich hatte Universal Investment eine Studie mit dem Titel „Solvency-II-Umsetzung läuft bei deutschen Versicherern auf Hochtouren“ veröffentlicht,an der 23 Versicherungsunternehmen teilgenommen haben, die in der Summe ein Anlagevolumen in Höhe von über 200 Milliarden Euro verwalten. Bei der Umfrage gaben78 Prozent der Befragten an, bereits mit einem Solvency-II-Reporting-Projekt begonnen zu haben, und 83 Prozent,sich schon heute mit den Auswirkungen von Solvency II auf die Kapitalanlage zu beschäftigen. Lediglich zwei der Befragten wollen ein individuelles Modell einrichten. Die restlichen 21 Versicherungen planen für die Berechnung der Eigenmittelunterlegung auf die Standardformel zurückzugreifen. Grundsätzlich besteht laut Umfrage bei 65 Prozent der Teilnehmer Interesse an einem externen Management von Kapitalanlageanforderungen durch eine KAG. Dies treffe vor allem auf kleine und mittlere Unternehmen zu.

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